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  • AutorenbildGiulia Di Romualdo

Dein digitales Portfolio als Künstler*in | Teil 3: Portfolio, Social Media, Webseite

Zu deinem (digitalen) Portfolio gehören alle Medien, die dich und deine Arbeit zeigen. Über Bewerbungsbilder, Showreels und About Me-Videos habe ich bereits in den ersten beiden Teilen des Leitfadens gesprochen. Im Folgenden will ich nun auf weitere mögliche Inhalte für dein Portfolio eingehen als auch auf die Möglichkeiten, die dir Social Media und deine eigene Webseite geben.


Dieser Leitfaden entstand während meines MMP-Studiums und wurde 2023 als eins von zehn Projekten für den «Multimedia Award» nominiert. Meine gesammelten Erfahrungen als Tänzerin, Bühnendarstellerin sowie Foto- und Videografin flossen in dieses Projekt – sowie jede Menge Recherche.


Nun hoffe ich, dir mit den folgenden Tipps einige deiner Fragen beantworten zu können. Bei Fragen, Anregungen oder Feedback kannst du mir gerne hier schreiben.



 


Tanzvideos


Ob kleine oder grosse Projekte – es lohnt sich, diese festzuhalten! Direkt im Tanzsaal nach der Stunde (Beispiel: "Someone in the crowd" auf YT Shorts), die eigene Choreo als Solo-Performance (Beispiel: "Cuff it" auf YT Shorts) oder als Gruppe eine einstudierte Choreografie: alle zeigen deine Arbeit. Teile diese Arbeit mit der Welt!



Beispiel: Gruppenchoreografie aufgenommen als Onetake. Obwohl die Aufnahme beliebig oft wiederholt werden konnte, wirkt es sehr authentisch, da es keine Schnitte gibt.



Beispiel: Einzelchoreo im Studio aufgenommen im Hochformat und mit vielen Schnitten. Diese Art von Video eignet sich gut für Social Media.


Wie bereits erwähnt, müssen nicht alle Videos professionell aufgenommen sein. Oft wirken beispielsweise Mitschnitte, welche während/ am Ende einer Tanzstunde aufgenommen wurden, besonders authentisch.


Tipps für Tanzvideos im Tanzsaal:

  • Schaffe einen möglichst ruhigen Hintergrund, damit nicht von den Tänzer*innen abgelenkt wird. Vermeide herumliegenden Jacken, Schuhe oder Flaschen.

  • Bewegung in der Kamera lässt alles direkt lebendiger aussehen. Aber: Auch aus statischen Kameras kann mehr herausgeholt werden! Durch Bearbeitung (mit einem Schnittprogramm oder mittlerweile auch mit Apps) kann auch nachträglich noch eine leichte Bewegung eingebaut werden. (Beispiel: "Someone in the crowd" auf YT Shorts)

  • Lieber etwas näher zusammen stehen und etwas nach hinten versetzt, als direkt nebeneinander mit «normalem» Abstand. Auf der Kamera wirkt alles immer weiter auseinander.



Live-Auftritte


Nichts ist echter als ein Live-Auftritt. Oft wird wochen- oder gar monatelang auf einen Event hin geprobt – und schnell ist er wieder vorbei. Aber die Foto- oder Videoaufnahmen dienen nicht nur der Erinnerung, sondern sie zeigen den Betrachter*innen auch ein unverfälschtes Bild von dir und deiner Arbeit! Darum: Wenn du viel Arbeit in die Vorbereitungen für einen Auftritt legst, investiere ein paar Minuten mehr und organisiere jemanden, der/die dich aufnehmen kann. Und falls das an der Show selbst nicht möglich ist, liegt vielleicht ein Video beim Soundcheck oder der Generalprobe drin.



Beispiel Live-Auftritt: Die Aufnahmen für dieses Video entstanden während einer Hauptprobe. An der Probe gab es zwei Durchläufe. So kann im ersten Durchlauf die ganze Bühne gefilmt werden und im zweiten Durchlauf die Nahaufnahmen.



 


Social Media


Alle die bereits besprochenen Formate kannst du auch auf Social Media teilen. Deine Social Media Plattform kannst du anschauen wie ein sich ständig erweiterndes About-Me: Die Besucher*innen von deinem Profil bekommen einen authentischen Eindruck von dir und dem, was du machst.

Ausserdem kannst du hier auch Veranstaltungen integrieren, die du besucht hast, Live-Ausschnitte von Konzerten oder Auftritten einfügen.

Dein (professioneller) Social-Media-Kanal kann also Showreel, About Me und Portfolio gleichzeitig sein. 


Tipps für dein Social Media-Profil

  • Dein Profil muss nicht perfekt gestylt sein. Sei lieber authentisch und aktuell!

  • Nutze die «Highlights». Mache zum Beispiel ein «Live»-Higlight oder ein «Eigene Songs»-Higlight, die du dann laufend erweitern kannst. So haben auch Menschen, die neu auf dein Profil kommen, eine weitere Möglichkeit, einen Einblick in deine Arbeit zu bekommen.

  • Arbeite mit anderen Leuten zusammen. Du kannst beispielsweise einen «Joint Post» erstellen, wo zwei oder mehrere Personen einen Post gemeinsam teilen. So kannst du dich verknüpfen und erreichst neue Leute.





 

Webseite


Eine Webseite ist deine digitale Visitenkarte. Jemand sucht dich? Du wirst gefunden. Und: Du kannst genau das von dir zeigen, von dem du möchtest, was von dir gesehen wird.


Weitere Gründe für eine Webseite:


  • Du hast alles an einem Ort und es ist für jede Person zugänglich – auch ausserhalb von Casting-Plattformen oder Social Media.

  • Du trittst professionell auf und eine Kontaktaufnahme für potenzielle Kund*innen ist nur ein Klick entfernt.

  • Du hast auch Platz für Inhalte, die auf YouTube oder Instagam zu kurz kommen. Ausserdem kannst du auch andere Projekte mit einfliessen lassen, sei es Unterricht, dein Podcast oder weitere Dienstleistungen.


Heute gibt es viele Tools und Anbieter, bei denen du auch ohne Programmierkenntnisse deine eigene Webseite bauen kannst wie Wix, Jimdo oder Squarespace. Oft kannst du in einer kostenlosen Testversion ausprobieren, wie die Seite aussehen könnte. Wenn du dir zu unsicher bist, gibt es auch hier viele Profis oder auch Freund*innen von dir, die das schon mal gemacht haben und dir beim Start helfen können.




 

Dies war der letzte von drei Teilen des Leitfadens für das digitale Portfolio für Künstler*innen. Falls du mehr über Bewerbungsbilder erfahren möchtest, schau dir gerne Teil 1 an. Mehr über Videoformate wie About Me oder Showreel findest du in Teil 2.



Ich danke dir fürs Lesen und hoffe, dass du das ein oder andere für dich mitnehmen konntest. Falls du doch noch offene Fragen, Anregungen oder Feedback hast, kannst du mir gerne hier schreiben.


Viel Erfolg und alles Gute, Giulia



 

Warum dieser Leitfaden?


Wenn es um den professionellen Aufbau einer multimedialen Online-Präsenz geht, haben viele Künstler*innen Unsicherheiten, Druck und Stress.

Brauche ich ein Showreel? Warum machen alle ein About-Me-Video? Bei wem mache ich meine neuen Headshots? Und – brauche ich wirklich eine Website? Das sind Fragen, die mich immer wieder erreichen.


Auch ich hatte mir zu Beginn meiner Darstellerinnen-Laufbahn diese Fragen gestellt. Fragen, die ich während meiner Ausbildung nicht beantwortet bekommen habe. Das Problem ist einfach: Was sonst auf der Bühne passiert, soll digital beworben werden. Ein anderes Medium mit anderen Anforderungen. Es gibt viele Angebote von Profis im Bereich Foto und Video – aber wo soll der/die junge Künstler*in anfangen und worauf soll geachtet werden?


Der Leitfaden soll eine Orientierungshilfe für Berufseinsteiger*innen geben – sowie auch für «Alte Hasen», die weiter an ihrem Portfolio arbeiten möchten.

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